Spatenstich Kinderhospiz Stuttgart

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Tafelspitzen
Kein Päcklesfutter in der Heslacher Weinstube
Jürgen Bock, 06.12.2013 11:00 Uhr

Köchin Elke Volk zaubert seit Jahren in Werner Masts Gaststätten am Herd.Foto: Max Kovalenko

Stuttgart - „Kein Päcklesfutter.“ Wenn die kritische Begleiterin sich zu solch epischen Sätzen hinreißen lässt, muss das Essen schmecken. Und sie hat recht. Die schwäbischen Klassiker, die man von einer Stuttgarter Weinstube erwarten darf, gibt es am Bihlplatz in reicher Auswahl und bester Qualität. „Wir kochen wie die Mama daheim. Alles frisch zubereitet“, sagt Werner Mast, Chef in der Heslacher Weinstube. „Für uns ist es das Wichtigste, dass es den Leuten schmeckt. Wir wollen nicht Masse machen, sondern etwas Gutes hinstellen“, sagt er. Das haben die Gäste längst bemerkt und kommen teils von weit her, um seine Maultaschen und Rostbraten zu vertilgen.
Für die große Massenspeisung wäre die Weinstube, die es seit rund hundert Jahren gibt, auch gar nicht geeignet. „Wir haben eine kleine Küche und deshalb nur eine bestimmte Kapazität“, sagt Werner Mast. 35 Sitzplätze gibt es in den zwei Räumen, und die sind immer gut besucht. Wenn’s eng wird, rutscht man auch mal zusammen, eine Reservierung empfiehlt sich dennoch. Hin und wieder soll es bei großem Andrang zu Wartezeiten kommen, hat man uns vorher erzählt. Am Testabend ist das nicht der Fall. Die äußerst freundliche Kellnerin behandelt die Gäste zudem, als wären sie Familienangehörige. Mast arbeitet schon lange mit ihr zusammen, ebenso wie mit Köchin Elke Volk. Das merkt man. Gemeinsam mit der holzlastigen, urigen Einrichtung ergibt das ein Gefühl wie in einer guten Stube.
Genau so schmeckt auch das Essen. Die würzige Flädlesuppe (3,80 Euro) geizt nicht mit Flädle, bei der Maultaschensuppe (3,80 Euro) kann man zum ersten Mal an diesem Abend die selbst gemachten Maultaschen der Weinstube bewundern. Die finden sich auch gemeinsam mit einem Rostbraten, wie er sein soll, beim Hauptgang (19,90 Euro) wieder. Dazu gibt es einen hausgemachten Kartoffelsalat, wie man ihn sich wünscht. Das Stuttgarter Pfännle – Medaillons vom Schweinefilet mit Spätzle – kommt mit einer leckeren Champignonsoße (14,70 Euro). Dazu kann man unter einigen vorwiegend heimischen Weinen wählen, es steht aber auch ein Cabernet Sauvignon aus Chile (5,20 Euro) auf der Karte. In erster Linie aber ist die Weinstube für ein deftiges schwäbisches Essen geeignet.
Werner Mast ist kein Unbekannter an dieser Stelle. Bis vor einigen Jahren hat er das Lokal schon einmal betrieben, danach die Mauldasch nur ein paar Straßen weiter. Seit Mai ist er zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Seinem Rezept ist er treu geblieben. Frische schwäbische Küche ohne überflüssige Spielereien kommt hier auf den Tisch - alles andere als Päcklesfutter.


Küche: Im besten Sinne wie bei der schwäbischen Oma
Atmosphäre: Gemütlich
Service: Freundlich und herzlich.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Angemessen.

Stuttgarter Zeitung
Hier macht der Chef die Maultaschen selbst
Christine Keck, 13.09.2013 09:51 Uhr


Die Klassiker wie Maultaschen oder Kartoffelsalat sind ein guter Grund, in Werner Masts Weinstube einzukehren Foto: Horst Rudel
Stuttgart - Es ist dieses schwäbische Unterstatement, das Werner Mast perfekt beherrscht. Der Maultaschenmacher von der Heslacher Weinstube lobt sich ungern selber. „Das ist nichts Besonderes“, sagt er, um jeder verklärenden Hymnisierung zu begegnen. „Das kommt halt auf die Quantitäten an“, sagt der 59-jährige Chef der Weinstube und meint damit, dass nur er die Zubereitung des schwäbischen Klassikers perfekt beherrscht. Ein bisschen Brät gehört dazu, fein gehackter Spinat und nicht zu vergessen – etwas österreichische Salami. Das Ganze bloß nicht wickeln, sonst wird es zu teiglastig, sondern schön Platte oben, Platte unten und die Ränder mit einem Rührlöffelstiel zusammendrücken. Wie ein Kopfkissen soll die Maultasche aussehen, sagt Mast, der das Rezept von einer Tante übernommen hat.
Außen schön knusprig, jeder Bissen köstlich
Wir sind vollauf begeistert von der in Ei gerösteten Variante (9,50 Euro) mit einem gemischten Salat. Außen schön knusprig, jeder Bissen köstlich. Es lohnt sich, wegen der Maultaschen nach Heslach zu kommen, vorausgesetzt es eilt nicht. Die Küche ist klein, vieles wird frisch gemacht, da kann es dauern, bis das Essen auf dem Tisch steht. Wir haben eineinhalb Stunden gewartet, der Laden brummte.
Ziemlich fad war die selbst gemachte Brühe der Flädlessuppe (3,80 Euro), die Teigstreifen hatten zum Teil ein bedrohliche dunkle Färbung und waren einfach zu lange in der Pfanne. Dafür entschädigte der saftige Rahmrostbraten (16,20 Euro), serviert mit Champignons, reichlich Sahnesoße und dicken Spätzle. Auch das Stuttgarter Pfännle (13,70 Euro) macht nicht nur Schwaben glücklich. Zarte Medaillons vom Schweinefilet, ein Sößle wie bei Mutter und ordentlich Spätzle.
Der Beilagensalat, oft das Stiefkind vieler Küchen, erhält in der Weinstube besondere Aufmerksamkeit. Die Schale (3,60 Euro) ist gefüllt mit Paprikastreifen, fein geraspelten Karotten, allerlei Blättern und einem Kartoffelsalat de luxe, schön glasig und wohltemperiert. Dazu noch ein leicht zitroniger Riesling aus dem Remstal, ein Glas Grunbacher Wartbühl Weinbeißer (0,25 l für 4,40),
Wenn’s eng wird, rückt man zusammen

Für Werner Mast ist es ein Neuanfang an bekannter Umgebung. Seit Mai hat der Gastronom wieder in der Weinstube das Sagen, ein Lokal, das er in den Neunzigern mit seiner Frau übernommen und schwäbisch-rustikal ausgestattet hatte – die Wände sind holzgetäfelt, und wenn’s eng wird, rückt man auf den Bänken zusammen. So war es früher, und so ist es heute noch. Vor ein paar Jahren trennten sich die Wege der beiden. Werner Mast blieb mit der Mauldasch ein paar Straßen weiter seiner Leidenschaft treu und zog jetzt samt Köchin Elke Volk wieder an den lauschigen Bihlplatz zurück, wo es sich auch draußen hübsch sitzen lässt. Die Maultaschenliebhaber dürfen sich freuen.
Die Bewertung:
Küche ****
Service ***
Ambiente ****

Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.